
02.04.26 –
Queere Clubs, Bars und Partys bieten Räume zum Feiern, aber auch Räume, in denen sich queere Menschen ausleben, vernetzen und sicher fühlen können. Wo im Alltag Queerfeindlichkeit zunimmt, schaffen sie alternative, sichere Räume und bieten queerer Kultur – von Drag Performances bis zu queeren DJ-Sets - einen Raum. Sie sind ein zentraler Bestandteil queerkulturellen Lebens und erfüllen damit andere Funktionen als klassische Kultur- und Freizeitangebote auf der einen und queere Beratungs- und Vernetzungsstellen auf der anderen Seite.
Diese Räume der queeren Feierkultur stehen jedoch zunehmend unter Druck. Das hat zuletzt die Schließung des Berliner SchwuZ, einer der ältesten queeren Clubs und Kulturorte des Landes, prominent gezeigt. Phänomene wie das Club- und Barsterben bedrohen allgemein Räume zum Feiern und Ausgehen: Strukturell sorgen steigende Mieten, Gentrifizierung, Nutzungskonflikte und ein verändertes Ausgehverhalten im Zuge von Digitalisierung und demografischen Wandels für Herausforderung.
Diese Entwicklungen betreffen queere Räume, die oft aus der Community heraus für die Community als Safe Spaces organisiert werden, und ohnehin in prekären Verhältnissen stehen, in besonderem Maße: Bundesweit, und vor allem im ländlichen Raum, steht queere Infrastruktur allgemein vor Finanzierungsproblemen, steigender queerfeindlicher Bedrohung und unsicheren Zukunftsperspektiven. Die prekäre Lage queerkultureller Angebote in Form von Clubs, Bars und Partyformaten verschärft die allgemeine Prekarität von queerer Infrastruktur und Safe Spaces. Damit verschwinden nicht nur Orte zum Feiern, sondern Schutz- und Begegnungsräume für Menschen, die sich ohnehin zunehmend Hass, Ausgrenzung und Gewalt ausgesetzt sehen. Solche Räume sind in Zeiten des gesellschaftlichen Rollbacks und politischen Rechtsrucks wichtiger denn je.
Daher fordert die Dachstruktur QueerGrün:
Erhalt und Förderung queerer Ausgehkultur als klares Ziel bündnisgrüner Politik: Der Erhalt und die Stärkung queerer Feierkultur in Form von Clubs, Bars und Partyformaten ist wesentlicher Bestandteil einer modernen und resilienten Vielfaltspolitik. Dazu gehört die Anerkennung von Clubs als Kulturorte. Sichere Räume zum Feiern, Vernetzen und zur queerkulturellen Teilhabe dürfen nicht allein marktwirtschaftlichen Bedingungen überlassen werden, da sie gesellschaftliche Funktionen erfüllen, die über wirtschaftliche Kriterien hinausgehen.
Gezielte Strukturförderung queerer Feierkultur auf Landes- und
Bundesebene: Das Fortbestehen queerer Feierkultur muss durch spezifische Förderprogramme auf Landes- und Bundesebene abgesichert werden. Diese können Zuschüsse in angespannten Mietsituationen oder für Schallschutzmaßnahmen beinhalten. Dabei müssen explizit Bedarfe in urbanen wie ländlichen Räumen adressiert werden. Im ländlichen Raum können mobile oder temporäre Veranstaltungsformate besonders gefördert werden und bestehende Kulturzentren bei der Durchführung von Angeboten für queere Menschen unterstützt werden. Dabei sollten Angebote für besonders vulnerable Gruppe, etwa queere Jugendliche oder trans* Personen besonders im Fokus stehen. Für Projekte in Regionen ohne bestehende Infrastruktur soll ein Fördervorrang gelten. Weiterhin müssen zur Krisenfestigkeit dauerhafte Hilfsfonds angelegt werden, um Szeneclubs und -formate in akuten Notfällen, schnell und unbürokratisch zu helfen.
Kommunale Schutzmaßnahmen: Kommunen müssen queere Clubs, Bars und Partyformate durch gezielte Maßnahmen vor Verdrängung und Nutzungskonflikten schützen. Dazu zählen queersensible Ausgestaltung und Anwendung von Milieuschutzrecht und ein kommunales Vorkaufsrecht für queerkulturell genutzte Flächen. Bestehende Konzepte wie Nachtbeauftragte sollen Diversitäts- und queersensibel weiterentwickelt werden, um bei Konflikten zwischen Anwohner*innen, Betreiber*innen und Politik zu vermitteln.
Institutionelle Vernetzung: Auf Landes- und kommunaler Ebene müssen koordinierte Netzwerke und Taskforces zwischen Politik, Verwaltung und Szene etabliert bzw. ausgebaut werden, um die Lage queerer Feierkultur und queerkultureller Räume zu erfassen, Bedarfe kurzfristig zu kommunizieren und Fördermaßnahmen kontinuierlich zu evaluieren. Queersensible Nachtbeauftragte oder Queerbeauftragte aus Regierung und Verwaltung - wenn es diese gibt - müssen in diese Strukturen integriert werden. Auch eine Vernetzung innerhalb der Szene zwischen Clubs, Bars und Veranstalter*innen ist zu fördern.
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