
28.01.26 –
Der Nationalsozialismus war ein System der Entmenschlichung, der Verfolgung und der systematischen Vernichtung. Millionen Menschen wurden entrechtet, verfolgt und ermordet. Unter ihnen waren auch queere Menschen: homosexuelle Männer, lesbische Frauen, trans* und nichtbinäre Personen. Ihr Leid wurde jahrzehntelang verschwiegen, relativiert oder bewusst ausgeblendet. Dieses Schweigen zu brechen, ist Teil unserer Verantwortung.
Homosexuelle Männer wurden im Nationalsozialismus gezielt verfolgt. Der verschärfte § 175 kriminalisierte ihre Existenz. Zehntausende wurden verhaftet, viele in Konzentrationslager deportiert und dort mit dem „rosa Winkel“ gekennzeichnet. Sie waren extremer Gewalt, Zwangsarbeit, medizinischen Experimenten und gezielten Tötungen ausgesetzt. Besonders grausam ist, dass viele Überlebende auch nach 1945 weiter kriminalisiert wurden. Anerkennung und Entschädigung blieben ihnen lange verwehrt.
Lesbische Frauen standen seltener explizit im Fokus der NS-Strafverfolgung, waren aber keineswegs sicher. Sie galten als „asozial“, „gemeinschaftsfremd“ oder politisch verdächtig, wurden überwacht, inhaftiert oder in Konzentrationslager verschleppt. Ihre Verfolgung verlief häufig indirekter – und genau deshalb wurde sie nach 1945 besonders lange unsichtbar gemacht. Patriarchale Strukturen im NS-Staat wie auch in der Nachkriegsgesellschaft trugen maßgeblich dazu bei.
Trans*, inter* und nichtbinäre Menschen passten nicht in das nationalsozialistische Weltbild von Geschlecht und „Volkskörper“. Sie wurden pathologisiert, zwangssterilisiert, verfolgt und ermordet. Einrichtungen wie das Institut für Sexualwissenschaft wurden zerstört, Archive und Forschung vernichtet. Die gezielte Auslöschung von Wissen war Teil der Gewalt. Dass diese Opfer heute oft nur schwer belegbar sind, ist selbst eine Folge nationalsozialistischer Vernichtungspolitik.
Die Befreiung vom Nationalsozialismus bedeutete für viele queere Menschen keine wirkliche Befreiung. Diskriminierende Gesetze blieben bestehen, gesellschaftliche Stigmatisierung setzte sich fort. Queere Opfer wurden aus der Erinnerungskultur ausgeschlossen – teilweise bis in die späten 1990er- und 2000er-Jahre. Diese Leerstelle wirkt bis heute nach.
Für uns als QueerGrün ist klar: Gedenken ist kein rein historischer Akt. Es ist politisch. Es verpflichtet uns, heutigen Formen von Queerfeindlichkeit, Antisemitismus, Rassismus und autoritären Ideologien entschieden entgegenzutreten. Wer queere Menschen angreift, knüpft an eine Geschichte der Entmenschlichung an, die wir niemals relativieren dürfen.
Wir gedenken der queeren Opfer des Nationalsozialismus.
Wir machen ihre Geschichte sichtbar.
Und wir kämpfen dafür, dass queeres Leben geschützt, frei und selbstbestimmt ist – heute und in Zukunft.
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