
23.02.26 –
Die jüngsten veröffentlichten Zahlen zu queerfeindlichen Übergriffen in Deutschland sind erschütternd: 2048 registrierte Straftaten gegen queere Menschen im Jahr 2025. Hinter jeder dieser Zahlen steht ein Mensch, der beleidigt, bedroht oder körperlich angegriffen wurde. Hinter jeder Zahl steht ein Angriff auf unsere Sicherheit, unsere Würde und unsere Freiheit, sichtbar zu sein.
Diese Entwicklung ist kein Zufall. Sie ist Ausdruck eines gesellschaftlichen Klimas, das sich in den letzten Jahren spürbar verändert hat. Queerfeindlichkeit tritt wieder offener und aggressiver auf – auf der Straße, im öffentlichen Raum, in sozialen Medien und zunehmend auch im politischen Diskurs. Was lange als Fortschritt galt, ist heute für viele queere Menschen wieder mit Angst verbunden.
2048 Übergriffe bedeuten: mehr als fünf queerfeindliche Straftaten jeden einzelnen Tag. Es bedeutet, dass queere Menschen beim Händchenhalten in der Öffentlichkeit angegriffen werden. Dass trans Personen beleidigt, bedroht oder körperlich attackiert werden. Dass Menschen angegriffen werden, weil sie es wagen, sie selbst zu sein.
Besonders alarmierend ist, dass diese Zahlen nur das sogenannte Hellfeld darstellen. Studien und Erfahrungsberichte zeigen, dass ein Großteil queerfeindlicher Gewalt nicht angezeigt wird – aus Angst vor weiterer Diskriminierung, aus Misstrauen gegenüber Behörden oder aus dem Gefühl heraus, ohnehin keine Gerechtigkeit zu erfahren. Die tatsächliche Zahl der Übergriffe liegt also vermutlich deutlich höher.
Diese Realität hat konkrete Auswirkungen auf das Leben queerer Menschen. Sie führt dazu, dass Menschen ihre Identität verstecken. Dass sie bestimmte Orte meiden. Dass sie ihre Sichtbarkeit einschränken, um sich zu schützen. Es ist ein Zustand, der in einer offenen und demokratischen Gesellschaft nicht akzeptabel ist.
Als QueerGrün sagen wir klar: Queere Sicherheit ist kein Nischenthema. Sie ist eine Frage von Grundrechten. Eine Gesellschaft, in der Menschen Angst haben müssen, weil sie queer sind, ist keine freie Gesellschaft.
Die steigenden Zahlen queerfeindlicher Übergriffe sind auch ein politisches Warnsignal. Sie zeigen, dass queerfeindliche Ideologien wieder stärker werden. Dass gezielte Stimmungsmache gegen queere Menschen reale Konsequenzen hat. Worte schaffen ein Klima – und dieses Klima kann Gewalt begünstigen.
Deshalb braucht es jetzt entschlossenes politisches Handeln.
Wir brauchen eine konsequente Bekämpfung queerfeindlicher Hasskriminalität. Dazu gehört eine bessere Erfassung und Verfolgung entsprechender Straftaten ebenso wie eine konsequente Strafverfolgung. Polizei und Justiz müssen für die spezifischen Gefahrenlagen queerer Menschen sensibilisiert und entsprechend ausgestattet werden.
Wir brauchen außerdem starke Präventionsarbeit. Bildung über sexuelle und geschlechtliche Vielfalt ist kein ideologisches Projekt, sondern ein zentraler Bestandteil demokratischer Bildung. Sie schafft Verständnis, baut Vorurteile ab und schützt langfristig vor Hass und Gewalt.
Ebenso wichtig ist die Stärkung queerer Infrastruktur. Beratungsstellen, Community-Zentren und Schutzräume leisten unverzichtbare Arbeit für Betroffene. Sie brauchen verlässliche und langfristige Unterstützung.
Und wir brauchen eine klare politische Haltung. Queerfeindlichkeit darf niemals relativiert oder verharmlost werden. Sie ist ein Angriff auf die Menschenwürde und auf die Grundwerte unserer Demokratie.
2048 Übergriffe sind 2048 zu viel. Jeder einzelne Angriff ist einer zu viel.
Unsere Antwort darauf darf nicht Angst oder Rückzug sein. Unsere Antwort muss Solidarität sein. Unsere Antwort muss Sichtbarkeit sein. Und unsere Antwort muss entschlossenes politisches Handeln sein.
Wir werden nicht zulassen, dass queere Menschen aus dem öffentlichen Raum verdrängt werden. Wir werden weiter für eine Gesellschaft kämpfen, in der alle Menschen frei und sicher leben können – unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität.
Die aktuellen Zahlen sind ein Weckruf. Jetzt ist die Zeit zu handeln.
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