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Unter dem Motto “Hamburg demonstriert Vielfalt“ hat es heute gegen 11 Uhr ein breites gesellschaftliches Bündnis vollbracht trotz Schneeregen und Kälte schätzungsweise 1000 Menschen auf dem Hanseplatz zu versammeln.
Der eröffnende Redebeitrag von Stefan Mielchen vom Hamburg Pride e.V. konkretisierte u.a. die Forderungen der Kundgebung. Eine vielfältige und offene Gesellschaft muss es besonders im schulischen Raum ermöglichen, dass Menschen ihre Identität frei entfalten können. Vielfalt als Querschnittthema und eine stärkende Sexualpädagogik sind wirksame Mittel gegen Mobbing und Vorurteile. Die folgenden Redner brachte ihre jeweiligen Perspektiven ein. Dafür wurden sie von der der Kälte trotzenden bunten Menge mit zustimmenden Applaus belohnt. Die Demonstrierenden schmückte dabei viele Regenbogenfahnen, vereinzelnd Glitzer und zahlreiche kreative Plakate. “Aufklärung gefährdet Vorurteile!“, “Buntes Gemüse – statt braune Kartoffeln“ & “Human Rights are my Pride“ sind nur wenige Beispiele für die vielen kreativen Ideen. Die Stimmung lässt sich wohl mit bibbernde gute Laune gepaart mit fröhlicher Entschlossenheit beschreiben. Diese grandiose Atmosphäre hielt auch bis zum Schluss der Demonstration nach gut einer Stunde.
Anstoß für die Demonstration war ein Demoaufruf der sogenannten “Besorgten Eltern“. Mit wenig zeitlicher und räumlicher Distanz versuchten diese unter dem Deckmantel des Kindeswohls ihre Ablehnung gegen alles, was nicht in ihr kleines Weltbild passt, gesellschaftlich anschlussfähig zu machen. Hinter dem irreführenden Namen “Besorgte Eltern“ verbirgt sich hauptsächlich eine kleine Gruppe Evangelikaler. Eine Hauptfigur ist ein Pastor einer Gemeinde in Augsburg. Zusätzliche Unterstützung kommt aus der rechtspopulistischen Bewegungen und von verschiedenen Verschwörungstheretikern. In der Summe versammelten sich zu dieser Kundgebung schätzungsweise 60 Menschen vor dem Hamburg Bahnhof.
Im Anschluss der Demonstration für Vielfalt nutze ein Teil der Teilnehmenden die Gelegenheit ihre Ablehnung gegenüber den Hass schürenden Inhalten der “Besorgten Eltern“ Ausdruck zu verleihen. Durch friedliche bunte Präsenz machten sie ihren Unmut deutlich. Durch mehrere Reihen Polizisten und Polizistinnen geschützt mussten die “Besorgten Eltern“ auch den ein oder anderen Sprechgesang ertragen. Besonderer Beliebtheit erfreute sich dabei die wohlwollend gemeinte Ankündigung “Eure Kindern werden so wie wir“.
Aufgrund der Mengenverhältnisse war es den “Besorgten Eltern“ zunächst nicht möglich ihren Demozug durch die Stadt zu beginnen. Anstatt dessen zerteilten sie sich in zwei kleinere Grüppchen. Nach ungefähr drei Stunden hatte sich die Polizeipräsenz in dem Ausmaße erhöht, dass ungefähr vier bis fünf Polizisten ein “besorgtes Elternteil“ sicherten. Dieses Großaufgebot der Polizei zog die geplante Demoroute entlang. Kaum noch auszumachen zogen auch die “Besorgten Eltern“ mit. Wenn deren Kundgebung am heutigen Tag etwas gezeigt hat, dann, dass ihr ausgrenzendes Gedankengut in einer vielfältigen Stadt wie Hamburg keinen Platz hat.
Die “Besorgten Eltern“ kündigen in sozialen Netzwerken bundesweit für das Jahr 2015 bisher bereits acht weitere Demonstrationen an. Die Stadt Hamburg hat gezeigt, wie man dieser Einfalt mir sehr viel Vielfalt begegnen kann. Vielen Dank dem Organisationsteam für ihr wichtiges Engagement!
Bilder & Bericht: Jens Parker, Sprecherteam
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